2012-02-27

Four Thirds Sensoren


Vor ziemlich genau elf Jahren, am 13. Februar 2001 gab es erste Gerüchte um eine Zusammenarbeit zwischen Kodak und Olympus zur Entwicklung eines neuartigen Digitalkamerasystems. Details zum Sensor wie seine Größe und Auflösung wurden schon im Mai 2001 enthüllt und auch Olympus musste daraufhin zumindest ein paar Eckpunkte zum konsequent digitalen Konzept nennen. Mit einer Kamera wurde dann für 2002 gerechnet, aber wie es so kommt gab es erste Muster erst zur PMA 2003 und richtig los mit der Olympus E-1 und dem neuen Four Thirds System ging es erst Ende 2003. Gut Ding will halt Weile haben. 

Aber das System schlug bekanntlich als erstes konsequent digitales Kamerasystem ein und konnte sich neben den beiden Platzhirschen Canon und Nikon, die noch einen analogen Kompromissrucksack mit sich rumtragen etablieren. Olympus war damit zurück auf der Bühne. FourThirds als (semi-) offener Standard bekam ab 2009 durch seinen kleinen Bruder microFourThirds ernsthafte Konkurrenz aus dem eigenen Lager, allerdings um den selben Sensor herum. Der selbe Sensor? In den letzten neuen Jahren gab es schon 7 Generationen dieser 17.3 x 13 mm großen Sensoren, mit natürlich stetig steigender Performance. Kodak war nur am Anfang ein gefragter Partner, wurde aber relativ schnell von Panasonic abgelöst, die mit ihrem LiveMos Sensor vermutlich preiswerter waren und auch mehr bieten konnten (LiveView z.B.).



Ich habe neulich erst realisiert, dass ich alle vier Generationen der bisherigen Panasonic Sensoren hier zu Hause habe, und zwar in der Lumix L1, Olympus E-420, Pen E-PL1 und jetzt auch die Lumix G3. In obiger Tabelle habe ich dann mal die technischen Rahmendaten zusammengetragen, schon eine eindrucksvolle Entwicklung, die natürlich nicht nur die schiere Pixelzahl betrifft, sondern natürlich auch andere wichtige Eigenschaften wie Empfindlichkeit und Rauschverhalten, Dynamikumfang, Farbraum, Auslesegeschwindigkeit und vieles andere wurden verbessert (Für Detials möchte ich auf die guten Reviews z.B. bei dpreview.com verweisen). Das Auflösungsvermögen profitiert natürlich von der gestiegenen Pixelzahl und ich habe hier die Entwicklung nochmal grafisch aufbereitet:
Schon 2001 bei der Vorstellung des 4/3-Konzeptes hieß es, dass in Zukunft 16 MP möglich sein sollten, da sind wir also. Die Frage ist, wie es nun weitergehen wird. Mit der Pixeldichte des gerade heute angekündigten neuen 41MP Sensors im Nokia 808 Smartphone wären jedenfalls für den 2.8 mal so großen FT-Sensor heute schon 115 MP drin. Leider braucht man allerdings auch noch ein Rechenwerk, um solche Datenflut schnell genug auslesen zu können, aber auch das wird prinzipiell in Zukunft möglich sein. Nokias Ansatz die Pixelflut nur intern zur Qualitätsverbesserung zu verwenden find ich sehr clever und ich denke dahin könnte die Reise gehen. Aber auch Lytro's Lichtfeldkonzept zeigt neue Wege auf, mehr Pixel sinnvoller zu nutzen als schlicht immer höhere MP's traditionell zu verarbeiten. Lassen wir uns überraschen.   

Nachtrag vom 6.7.2012: Jetzt ist es offiziell, der Sensor in Olympus' OM-D E-M5 stammt nicht von Panasonic, sondern von Sony. Ob das allerdings in Zukunft so bleiben wird, wo doch jetzt Panasonic beim finanziell angeschlagenen Olympus-Konzern eingestiegen ist, bleibt abzuwarten. 

2012-02-20

Lange Tüte


Am Wochenende stand bei schönstem Wetter ein Ausflug auf den Connecticut River auf dem Programm. Riverquest bietet um diese Jahreszeit geführte Bootstouren zur Beobachtung der dort brütenden Bold Eagle (Weißkopfseeadler), dem amerikanischen Wappentier an. Mir war klar, dass man zwingend ein Tele braucht um überhaupt was aufs Bild zu bekommen und habe als Maximallösung eine richtig lange Tüte zusammengebastelt. Aus dem guten alten Nikkor 180 f/2.8, dem Telekonverter TC-200, einem Nikon F zu FourThirds Adapter sowie dem MMF-2 mFT-Adapter ergibt sich ein 720 mm (KB-äquivalent) mit 5.6er Lichtstärke.


Der Bildwinkel beträgt 3.5°, dennoch kamen wir nicht nahe genug an die Adler heran, um sie damit auch annähernd formatfüllend abzulichten. Beide Beweißfotos hier sind Ausschnitte (quasi per Digitalzoom) und zeigen ein Seeadler Pärchen beim Brüten sowie einen jungen Adler hoch am Himmel. Meine Tochter hatte mit ihrer Lumix G3 und ihrem elektronischen Sucher einfacheres Spiel als ich mit meiner Olympus E-PL1. Scharfstellen ohne Stativ ist bei dieser Brennweite ziemlich schwierig. Zum Glück waren unsere Objekte alle bei Unendlich zu finden.


2012-02-12

Canon PowerShot S400 (Digital Ixus 400)

Diese Woche bekam ich von meiner Kollegin Cynthia ihre erste Digitalkamera geschenkt, nachdem ich ihr am Vortag von meiner Sammelei erzählt hatte. Cynthia schätzte, dass sie diese Kamera vor ca. 15 Jahren gekauft hat, da sie schon seit ca. 4 Jahren eine neue Digitalkamera benutzt und diese hier seitdem im Schrank gestanden hatte. Cynthia hat sich aber verschätzt: Vor 15 Jahren brachte Canon mit der IXUS Serie noch eine Filmkamera (APS!) auf den Markt. Damals noch viel beachtet, da tatsächlich ein Meilenstein in Sachen Kompaktkamera, die sowohl vom Design als auch bezüglich Qualität Maßstäbe in ihrer Klasse setzte. Mit einfahrbarem Objektiv waren die Dinger so groß wie eine Zigarettenschachtel und konnten so immer in Jacken- oder Handtasche mitgenommen werden.
Das selbe konsequente und kompakte Design transformierte Canon dann ab 2000 in die Digitalkamera-Ära und nutze dieselben Namen weiter. In Europa hießen die Kameras (Digital) IXUS, in Japan IXY (Digital) und in Nordamerika kurz (PowerShot Digital) ELPH mit entsprechender Nummer, die erste digitale von 2000 hatte schon dieses Design und einen 2 MP Sensor. Fast im Jahresrythmus folgten Nachfolgemodelle erst mit erweitertem Zoombereich, dann ab 2002 war insbesondere Marktführer Canon mit von der Partie beim großen Megapixelrennen. Am 27. Februar 2003 wurde die 400er hier mit eben 4 MP vorgestellt, also vor ziemlich genau (erst) 9 Jahren, da hatte sich Cynthia aber recht deutlich verschätzt. 


Vom Funktionsumfang unterschied sich Cynthia's erste Digitalkamera fast gar nicht von unserer ersten, weil ebenfalls im Frühjahr 2003 gekauft. Die Canon war vermutlich etwas teurer, hatte aber auch ein paar Kleinigkeiten der Nikon voraus: Zum ersten war sie damals die kompakteste 4MP Kamera mit 3-fach Zoom auf dem Markt, hatte einen leistungsfähigen Li-Ionen Akku und recht geringen Stromverbrauch und als eine der wenigen Kameras damals überhaupt einen Orientierungssensor an Bord. Auch bei der größten Schwäche früher Digitalkameras, der Einschalt- und Auslöseverzögerung hatten die Canon-Ingenieure Bestmarken gesetzt, so dass die Kamera fast nur gute Kritiken einfuhr und auch munter gekauft wurde.

Im Vergleich zu heutigen Kompaktkameras wirkt insbesondere der mit 1.5" winzige LCD-Monitor archaisch, der optische Sucher war damit immer noch ein Muss! Ich habe gerade festgestellt, dass dies die erste Canon Kamera in meiner Sammlung überhaupt ist, beim Kauf der Nikon Coolpix 4300 habe ich mir auch andere Alternativen angeschaut, aber den "Erzfeind" nie in Erwägung gezogen. Eigentlich lächerlich...